Channa spec. Assam

Herkunft
Asien (Nordindien / Assam)
Habitat
fließende/stehende Gewässer
Größe
ca. 20cm

Temperatur

subtropisch (Im Winter bis 15°C)
Ernährung
Insekten
Verhalten
recht verträgliche Art
Aquariengröße (Empfehlung)
ab 120l
Empfehlung
Gut geeignete Art für den Anfänger (Nachzuchten!)
 
ENDEMISCHE ART

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Ch anna spec. Assam / Lal Cheng

Im Norden von Indien, im Hochland von Assam (jeder kennt den Tee), südlich des Aruchnal pradesh wurde anfang des 21Jh. ein Schlangenkopffisch gefunden, der die Channaholics in Atem hielt.

Die Händlernamen dieses Schlangenkopffisches versuchten sofort die Besonderheit dieses Fisches hervorzuheben Channa spec. ASIA BLUE , Channa spec. Blue bleheri oder auf Deutsch Blauer Regenbogenschlangenkopffisch.

Die Ähnlichkeit zu Channa bleheri ist vorhanden und führt auch heute Jahre später dazu dass diese Arten gerne mal beabsichtigt oder unbeabsichtigt verwechselt werden.

Das deutlichste Unterscheidungsmerkmal sind hierbei die fehlenden roten Flecken in der Caudalen bei Channa spec. Assam.

Zur Zeit liegt noch keine Artbeschreibung vor, so dass es noch keinen genauen Artnamen gibt, Assam bezieht sich auf den Fundort und lal cheng ist der Name, den die Fischer für diese Tiere nutzen. Beide haben setzen sich langsam als Handelsname durch und sind unmissverständlicher als die Varianten bezugnehmend auf C. bleheri (blue bleheri etc.).

Channa spec. Assam hat viel verändert bei den Channahaltern, die Diskussion über die Notwendigkeit einer Winterruhe für nordische Arten, Ernährungsproblematiken, Endgröße und Aquariengröße auch der Gedanke der Arterhaltung durch Aquarienpopulation kam gerade durch diese Art ins Gespräch.

Die Endgröße wird mittlerweile mit 12-15cm angegeben, wobei ich persönlich selten Tiere über 10cm gesehen habe. Meiner Meinung nach kann man die Tiere schon in Aquarien ab 100Litern / 80cm erfolgreich dauerhaft halten und vermehren. Das das Aquarium dafür sehr viele Versteckmöglichkeiten und ein großes Wasserpflanzendickicht benötigt ist natürlich selbstredend.

C. spec. Assam ist nicht sonderlich aggressiv, hat sich allerdings ein Paar gefunden müssen die verbliebenden anderen Tiere aus dem Becken entfernt werden, weil sie sonst getötet werden würden.

Der größte Fehler bei der Haltung dieser Art ist die falsche Temperatur und falscheErnährung, die meisten Tiere die man so auf Fotos sieht sind farblos, groß und verfettet – dadurch natürlich vollkommen impotent.

Fütterung und Temperatur gehen hierbei Hand in Hand,

das kleine Verbreitungsgebiet, in dem die Art endemisch lebt, liegt auf einem Hochplateau wo es im Winter sogar Schnee geben kann. Während der Trockenzeit trocknen die Lebensräume fast gänzlich aus und die Tiere ziehen sich in Höhlen und Gänge von Wirbellosen zurück.

Während dieser Zeit wird wenig bzw. gar keine Nahrung zu sich genommen, der Stoffwechsel heruntergefahren und eine Art Winterruhe gehalten.

Solch extreme Lebensumstände werden in der Natur sicher nicht von allen Individuen überstanden und sollten aus diesem Grund auch nicht in dieser Stärke im Aquarium nachgeahmt werden.

Meiner persönlichen Erfahrung nach ist es wichtig, dass sich die Sommertemperaturen von den Wintertemperaturen unterscheiden. Im Sommer darf das Aquarium gerne Temperaturen zwischen 24°C und 30°C aufweisen, sollte dann aber während der Wintermonate bei 16-22°C liegen. Während der Kaltphase gilt es sehr sparsam zu füttern, bzw. gar kein Futter zu reichen, dann klappt es auch meist im kommenden Frühling mit der Nachzucht.

Auch während der Warmzeit sollte auf eine fettreduzierte Ernährung geachtet werden, gerade die Weibchen leiden schnell an Verdauungsproblemen. Ausserdem muss man bei dieser Art besonders darauf achten, dass Frostfutter immer gut aufgetaut und gespühlt wird bevor es verfüttert wird.

Eine weitere Überraschung gab es dann bei den ersten gelungenen Nachzuchten von Channa spec. Assam, trotz der großen optischen und geographischen Nähe zu Channa bleheri handelt es sich bei diesen Tieren um Maulbrüter im männlichen Geschlecht. Die Maulbrut beträgt in der Regel 3-5Tage kann sich aber auch deutlich verzögern, so dass die Jungen erst nach Tagen das erste mal gesichtet werden.

Die Weibchen füttern Nähreier und die Jungfische gehen ohne Zögern an gebotene Ersatznahrung in Form von Lebend/Frost oder Trockenfutter, so dass eine Aufzucht dieser Art keine Probleme bereitet.

Die Geschlechter dieser Art lassen sich leicht an der Kopfform unterscheiden, bei Aufsicht erkennt man einen deutlich bulligeren Kopf beim Männchen, ausserdem ist die Rückenflosse der verpaarten Männchen deutlich höher als die der Weibchen.

Obwohl C. spec Assam mittlerweile häufig nachgezogen wurde gibt es immer noch Wildfänge dieser endemischen Art, deshalb ist es besonders wichtig dieser Art weiter nachzuzüchten und als Käufer darauf zu achten Tiere aus Nachzuchten zu erwerben