Channa gachua

Herkunft
Asien
Habitat
stehende und fließende Gewässer
Größe
Verschiedene Arten von 12cm bis 25cm

Temperatur

subtropische und tropische Arten
Ernährung

Insekten / Fische

Verhalten
je nach Unterart
Aquariengröße (Empfehlung)
je nach Unterart zwischen 80cm und 120cm Mindestmaß
Empfehlung
Je nach Unterart sehr zu Empfehlen, bis nicht für Anfänger geeignet
 
Formenkreis , der erst näher erforscht werden muss

Channa gachua TH03/02

Wenn von einem Channa-Newbi eine Anfrage im Internet gestellt wird, dann wird immer sehr schnell darauf verwiesen, dass man sich als unerfahrener Channahalter doch bitte Channa gachua kaufen soll, weil es sich dabei um eine friedliche und ruhige Art handelt.

Wenn ich mir meine Channa gachua aus Thailand mit dem Handelsnamen th03/02 anschaue, dann kann ich dem zustimmen, allerdings gilt das nicht für alle Channa gachua Varianten – gerade deshalb ist es so wichtig beim Kauf immer nach der genauen Fundortvariante zu schauen, bzw. von einem Kauf ohne Fundort abzusehen.

Ich möchte hier kurz näher auf die Variante Channa gachua TH03/02 eingehen.

Diese Art wurde im Jahre 2002 von W. HARZ in Thailand gefunden, da es der 3. Tümpel seiner Fischtour war, nannte er den Fisch kurz und bündig:

TH(Thailand)03(3.Tümpel)02(2002).

Das er hiermit einen der schönsten und beliebtesten Schlangenkopffische entdeckt hat, war ihm sicher zu dem Zeitpunkt nicht klar.

Die strahlend blauen Flossen, der gelb/orange Saum zum dunklen Körper ergeben einfach einen bildschönen Fisch. Weiter kommt positiv hinzu, dass die Tiere untereinander recht friedlich sind und es selten zu Ausfällen durch Aggression kommt.

Für diese Art eignen sich Aquarien von 100cm Länge und einer Mindestiefe von 40cm. Das Aquarium muss sehr viele Versteckmöglichkeiten in Form von Wurzelholz, Ton-/Pvc-/Kork- oder Bambusröhren aufweisen, dazu sollte auf eine sehr dichte Bepflanzung nicht verzichtet werden, schnellwachsende, freiflutende Arten wie Hornkraut, Nixkraut oder ähnliches in Kombination mit Schwimmpflanzen ergeben schnell ein gutes Schlangenkopffischaquarium.

Diese Variante buddelt kaum, nur zur Laichzeit werden die aus dem Maul entlassenen Larven in freigewühlten Gruben untergebracht.

Eine Gruppe von 6Tieren lässt sich gut zusammen aufziehen, ab 12cm werden die Tiere dann geschlechtsreif und es kommt schon zu den ersten Scheinpaarungen.Oftmals wird sogar schon in der Größe das erste mal erfolgreich abgelaicht.

Wie bei allen Schlangenkopffischen ist eine zu reichhaltige Ernährung zu verhindern, ab 10cm sollte man die Tiere nur noch ein bis zweimal pro Woche füttern und dies am besten mit nicht zu fettem Futter. Verfettung kommt bei dieser Art recht häufig vor und führt zwar oft zu einem recht friedlichen Miteinander in der Gruppe, aber selten zu einer erfolgreichen Vermehrung.

Man kann diese Art dauerhaft bei einer Temperatur von 20-23°C halten, allerdings toleriert sie auch problemlos Temperaturen bis 32°C. Eine Überwinterung der Tiere unter 20°C ist nicht notwendig/möglich.

Eine Besonderheit dieser Art ist es, dass man die Geschlechter der Tiere an einem Merkmal recht gut unterscheiden kann: Der erste Strahl der Rückenflosse ist bei den männlichen Tieren genauso lang wie die anderen Strahlen der Rückenflosse, bei den Weibchen ist dieser Strahl nur etwas zweidrittel so lang wie die Folgenden. Dies Merkmal ist aber erst ab einer Größe von 10cm zu erkennen und ist meist erst bei adulten Tieren eindeutig.

Diese Art ist Maulbrüter, die Brutdauer allerdings sehr unterschiedlich, es gibt Tiere die ihre Larven nach 3Tagen entlassen und Tiere die sie über 2Wochen im Maul behalten, womit dies zusammenhängt ist nicht genau geklärt. Die Larven/Jungfische werden mit Nähreiern gefüttert und können bis zu einer größe von 2–3cm bei ihren Eltern verbleiben.

Nach dem Entfernen der Jungtiere wird das Weibchen oftmals stark getrieben und braucht in dieser Zeit gute Verstecke und Rückzugsgebiete im Aquarium, wo es nicht sofort vom Männchen gefunden wird. (Dies kann sich auch umkehren Weibchen verfolgt Männchen).

2-3 Bruten pro Jahr sind keine Seltenheit, es ist wohl eine der am leichtesten zu vermehrenden Schlangenkopffischarten – leider führt dieser Ruf, Guppy unter den Channa und Anfängerschlangenkopffisch dazu das diese Art sehr günstig (zu günstig) angeboten wird und von vielen Schlangenkopffischhaltern schnell weitergegeben wird.

Von anderen Fischarten wissen wir das solch einfach zu haltenden Tiere plötzlich vom Markt verschwinden, da plötzlich alle Leute sie ab und weitergegeben haben.

Deshalb ist es wichtig auch als erfahrener Channaaquarianer diese Art zu halten und im Hobby zu erhalten. Auf Großhändlerstocklisten ist diese Art kaum zu sehen und scheint sich vor allem durch private Halter zu verteilen.