Channa pleurophthalma

Herkunft
Asien
Habitat
Fließgewässer
Größe
ca. 45cm

Temperatur

tropisch + 25°C
Ernährung
Insekten / Fisch
Verhalten
sehr aktive Schwimmer / Vergesellschaftung möglich
Aquariengröße (Empfehlung)
ab 1000l
Empfehlung
Sehr aktiver, schöner Schlangenkopffisch, der recht viel Platz braucht, Jungtiere anspruchsvoll
 

Der Augenflecken-Schlangenkopffisch
Channa pleurophthalma

Channa pleurophthalma wurd bereits 1851 von BLEEKER als Ophiocephalus pleurophthalma beschrieben.

Eine gesicherte Verbreitung dieser Art ist Kalimantan - wobei  wir hier nicht von der gesamten inselfläche Borneos sprechen können, sondern von Indonesien und der Provinz Westkalimantan.
Hier genauer der Nationalpark DANAU SENTARUM.
Eines der größten Süßwasserfeuchtgebite Asiens - gespeißt durch den größten Fluß Indonesiens dem Kapuas River.
Weitere Verbreitungsgebiete sollen sich in Südost Sumatra befinden.

In der Natur:
Über einen Kontakt mit Bewohnern aus der entsprechenden indonesischen Provinz, konnte ich sehr viel über Channa pleurophthalma lernen.
Der Nationalpark Danau sentarum ist ein beliebtes Angelrevier - 240 verschiedene Fischarten wurden hier beschrieben unter anderem die Prachtschmerle (Chromobotia macarantha) und der asiatische Arowana (Sclerophagus formosa). Bekannt ist dieses Gebiet auch für eine große Population der bedrohten  Orang Utans und Hornvögel.
Typische Angelfische sind in diesem Gebiet: Wallago attu , , Hampala sp. , Hemibagrus wyckioides.
Aber vor allem auch andere Schlangenkopffische wie: Channa marulioides, Channa lucia, Channa striata, Channa micropeltes. (Channa bankanensis - allerdings weniger als Angelfisch)

Channa pleurophthalma wird hier zumeist in den Sumpfzonen und Altarmen gefangen.
Sie sind  ganzjährig zu fangen, die Laichzeit beginnt mit einsetzen der Regenzeit in verkrauteten Gebieten - wo die Fische wie auch Channa marulioides Nester aus Pflanzenteilen bauen. Im Oktober sind die Elterntiere mit großen Schwärmen an Jungtieren zu beobachten.

Der PH Wert in diesen Altarmen liegt im stark saurem Bereich zwischen PH 3 und PH 5!
Das Wasser hat eine kaffebraune Färbung.

Berichte, wie sie auch von Channa micropeltes bekannt sind, dass die Tiere sich in Jagdgemeinschaften in größeren Flußsystemen aufhalten konnten mir nicht bestätigt werden.
Eine Vorliebe für stark strömendes Wasser konnte nicht nachgewiesen werden.

 Im Aquarium:
Ich erwarb meine Channa pleurophthalma als 5cm Jungtiere, wie sie relativ häufig importiert werden. Wie Channa micropeltes sind auch diese Jungtiere im Gegensatz zu anderen Schlangenkopffischen recht empfindlich und schlechte Haltungsbedingungen (Temperatur / Wasserqualität) führen schnell zu Krankheiten wie Ichthyo und Oodinium.
Es wurde von anderen Aquarianern auch Fälle von plötzlichen Todesfällen ohne Ursache bekannt, welche ich nicht beobachten konnte.
Allerdings ist diese Schlangenkopffischart wie kaum eine andere, für kühle Wassertemperaturen anfällig - unter 24°C leiden die Tiere schnell an Weißpünktchen oder Hauttrübern.
Meine 3 Tiere leiden seit Jahren an Hautsugwürmern, die in regelmäßigen Abständen erneut auftreten sich aber unkompliziert mit Praziquantel behandeln lassen. (Allerdings sind hier - im Gegensatz zur Temperatur mittlerweile Dauerstadien nachgewiesen, so dass eine einmalige Anwendung nicht ausreicht um diese Parasiten dauerhaft zu vernichten.)

Channa pleurophthalma ist ein Freiwasser-Schlangenkopffisch, der keine Höhlen aufsucht und sich auch wenig in Unterständen oder ähnlichem aufhält - liegen die Tiere auf dem Boden oder hängen sie unter der Oberfläche, ist dies oft ein Anzeichen für falsche Haltungsbedingungen.

Bei Schlangenkopffischen wird häufig von Fischfressern und Raubfischen gesprochen, in vielen Fällen stimmt dies nicht - echte Fischfresser sind nur Channa pleurophthalma, Channa micropeltes,  Channa diplogramma, Channa lucia, Channa marulia und Channa argus.
Nahrung wird durch kurze Hochgeschwindigkeitsjagdten erbeutet - im Aquarium lassen sich aber auch diese Arten an Ersatznahrung gewöhnen, so dass eine Fütterung mit Lebendfisch keine Notwendigkeit darstellt - und immer die Gefahr der Einschleppung von Krankheiten mit sich bringt.

Channa pleurophthalma können einen irisierendes blaues Schuppenkleid tragen, können aber auch hellblau oder weißlich erscheinen - brutführende Tiere können sehr dunkel werden.

Eine Besonderheit bei  diesen Schlangenkopffischen ist ihr relativ friedliches innerartliches Verhalten. Auch diese Tier führen leichte Revierkämpfe aus, dabei verfärbt sich die Schnauzenpartie dunkel schwarz, aber ernsthafte Verletzungskämpfe sind selbst in relativ kleinen Aquarien die Ausnahme.

Leider sind Channa pleurophthalma relativ Pflanzenintolerant, spätestens zur Laichzeit werden alle Aquarienpflanzen in Mitleidenschaft gezogen, sie werden heraus gewühlt (mit dem Körper, es wird nicht gebuddelt!)  und mit der Schnauze an der Oberfläche bewegt - ein höchst interessantes Verhalten. 

Eine Wassertrübung (zum Beispiel durch Easy life) führt zu Verhaltensänderungen, verdreckte Sichtscheiben (Kieselalgen) führen zu einer verstärkten Blaufärbung der Tiere.
Längere Wasserwechselpausen mit darauf folgenden großen Wasserwechsel führen zu Balzaktivität.

Ich konnte die Tiere beim Nestbau und Umschlingen beobachten, allerdings wurde nie Eier abgelegt, bisher konnte ich  noch nicht die notwendigen PH Werte von unter 6,5 einstellen - und ich gehe fest davon aus, dass dies ein Grund ist, warum es bisher weltweit noch keine Nachzucht dieser Tiere zu bestaunen gibt.

Nebst dem toleranten innerartlichen Verhalten zeigen diese Tiere auch gegen Fremdfische keine Aggressionen, so dass ich meine Tiere schon  mit Prachtschmerlen, Stachelaalen, Labeos (Epalzeorhynchus) und anderen Arten  zusammenhalten konnte.
Selbst eine Vergesellschaftung von Channa pleurophthalma und Channa lucia bzw. Channa micropeltes funktioniert (nicht bei mir) erfolgreich.

Ich empfehle eine Aquarienmindestgröße von 720l (200x60x60cm), besser wäre eine größere Grundfläche - 250x80x60cm wäre zum Beispiel ein ziemlich ideales Becken für diese schwimmfreudigen Tiere.
Die Temperatur sollte wie bereits erwähnt nicht unter 25°C fallen und kann im Sommer gerne die 30°C übersteigen. Weiches Wasser, mit viel Huminstoffen (bernsteinfarbenes Wasser) und PH Werten von unter 6,5 sind ideale Haltungsbedingungen. Die Fütterung mit Sticks und grobem Frostfutter funktioniert problemlos - aber selbst 40cm Tiere schnappen noch nach lebenden weißen Mückenlarven.

Ein Teichaufenthalt in unseren Breiten ist nicht möglich (Temperatur) und eine Gefahr als potentiell invasive Art geht folglich nicht aus.

Ein Tipp zum Schluss: Wenn Sie nun weitere Bilder und Informationen zu diesen Tieren in ihrem Lebensraum suchen, verwenden sie den Namen: KERANDANG - so werden die Tiere in ihrer Heimat genannt.